Acrylgemälde "Veränderung" von Sabrina Schmeing. Es ist nahezu monochrom in orange-rot-braun Tönen und zeigt, ein Buch, einen Zweig mit Blüten und eine Kerze, in dem Moment, in dem sie aus geht.

Gedanken zum Werk

Jede Veränderung ist auf den ersten Blick beängstigend. Wir sind darauf ausgelegt Ruhe zu fühlen, wenn alles ist, wie erwartet. Dabei ist es häufig egal, was diese Erwartung ist. Ob gut, ob schlecht. Jede Veränderung erscheint wie ein Risiko. 

Aber Wachsen, Entwickeln, Lernen – alle diese Dinge sind Veränderung. Und sie sind das Risiko wert. Manchmal muss auch erst etwas enden, damit etwas Neues entstehen oder etwas Altes wieder hervorkommen kann. Etwas vergessen Geglaubtes oder bisher Ignoriertes. 

Veränderung erfordert Mut. Manchmal auch Agieren ohne sich mutig zu fühlen. Das Risiko eingehen. Die Kerze auspusten.

Der Moment der Veränderung

Ich habe den Eindruck, viele Menschen gehen heute sehr bewusst durch Veränderungen. Ich glaube, viele Menschen nehmen diesen Moment in dem die metaphorische Kerze ausgeht, viel deutlicher wahr. Nicht erst die veränderte Situation danach, sondern wirklich die Veränderung selbst. Genau den Moment.

Oder sprechen sie heute nur häufiger darüber? Sind wir anders als die Menschen vor 30 Jahren? Vor 60 Jahren? Vor 120 Jahren? Sicher gab es diese privaten Momente, in denen „die Kerze aus ging“, auch damals. Unauffällig. In kleinen Zimmern. Nur der Mensch und der Moment. Eine Erkenntnis. Eine Veränderung.

Aufbruch

Für mich ist das Schreiben etwas, das lange im Hintergrund unbeachtet existiert hat. Ich schreibe seit ich schreiben kann. Meine Geschichten. Meine Gedanken. Bücherweise. Ich habe lange übersehen, wie wichtig das für mich ist. 

Ich habe bei „Die andere Welt“ schon darüber geschrieben, wie ich endlich einen Griff an meine Kunst, meine Stimme bekommen habe. Die Stillleben sind ein Teil meiner Stimme, genauso wie das Schreiben. Das Schreiben fiel mir jedoch, anders als das Malen, immer leicht. Vielleicht gerade weil ich es so lange nicht richtig beachtet habe. Weil ich so lange nur für mich geschrieben habe. Weil ich angefangen habe, als ich zu jung war, um das Geschriebene in Frage zu stellen. Als ich noch nicht darüber nachgedacht habe, ob ich etwas nun so ausgedrückt habe, wie ich es wollte. Meine Gedanken und meine Geschichten nun in die Welt hinaus zu schicken – klingt groß, oder? – ist wichtig für mich und beängstigend gleichzeitig. Und doch gut. Die Kerze ist jetzt aus.

Erzählung zum Werk

Manchmal dauert der Übergang von Licht zu Dunkelheit nur einen Moment.

Manchmal kann man diesen Moment genau beobachten. Es ist etwas Beängstigendes daran.
Und manchmal sieht man erst danach, dass es auch anderes Licht gibt. Immer schon gab. Übersehen und überstrahlt.

Manchmal dauert der Übergang von Dunkelheit zu Licht nur einen Moment.

Werksinformationen

Veränderung

Material

Acryl auf Leinwand

Größe

40 x 30 cm

Tiefe

4,5 cm

Jahr

2026

Urheberin von Gemälde und Erzählung ist Sabrina Schmeing.